Du bist dein wichtigster Rohstoff


Spürst du das?

Deine Fußsohle bei jedem Schritt,

der Herzschlag wie er dich am Leben hält,

oder ist es deine Seele, die hinten runterkippt

und dein Atem, der nichts mehr zählt?

 

Spürst du das?

Das Wunder Körper, das du mit dir trägst,

Leistung abverlangst bis er müde wird,

ihm immer mehr Lebensstränge absägst,

er seine Fröhlichkeit nun ganz verliert?

 

Bruschetta ist nicht die Lösung

Wir sollen nachhaltig mit unserer Umwelt umgehen. Weniger Fleisch essen. Saubere Energie nutzen. Ledermäntel vermeiden.

Wir sollen bewusst leben. Uns dem Wert der Kuhmilch bewusst sein. Bewusst aufs Auto verzichten. Bewusst keine Produkte „Made in China“ kaufen.

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Bruschetta ist zwar lecker, aber nicht die Lösung. ©pixabay.com

Das sind wichtige Schritte, um der Ausbeutung unserer eigenen und einzigen Erde entgegenzuwirken. Zwar schaffen es Forscher mittlerweile schon, Tomaten unter Weltallkondititionen anzubauen, aber mal ehrlich: Irgendwann hat man auch die Nase voll von Bruschetta.

Wann hast du das letzte Mal geduscht, um sauber zu werden?

Ich trete mal einen Schritt zurück. Hier kann man das Ganze von außen betrachten. Und wenn ich hier so stehe, sehe ich viele Menschen, die versuchen, die Welt zu retten und dabei eines vergessen: sich selbst zu retten. Bewusst leben beginnt bei dir. Alles, was du tust, sollte deinem Wohlergehen dienen. (Bitte verwechsle nicht Wohlergehen mit Schweinehund.) Nicht ohne Grund heißt es bei den Sicherheitshinweisen im Flugzeug: „Bitte schnallen Sie sich zuerst ihre eigene Atemmaske um und helfen Sie dann anderen.“

Wann hast du das letzte Mal bewusst geatmet? Die Augen zugemacht und nur deinen Atem gespürt? Wann bist du das letzte Mal bewusst gegangen? Jede Zehe, den Fußballen und die Ferse in den Boden gedrückt? Wann hast du das letzte Mal geduscht, um sauber zu werden, ohne währenddessen die To-Dos für den Tag durchzugehen?

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Ob singen, riechen oder shampoonieren – die Dusche kann ein so toller Ort sein, wenn wir die Gedanken draußen lassen. ©pixabay.com

Wann hast du das letzte Mal einen Fremden auf der Straße gegrüßt und bist nicht mit deinen „speak to my hand“-Tunnelblick weitergestapft? Wann hast du dich das letzte Mal nicht geärgert, eine U-Bahn verpasst zu haben, weil du so einen Moment Zeit hast, um innezuhalten? Wann hast du das letzte Mal einen Vogel zwitschern hören und musstest nicht auf die Stimmen in deinem Kopf achten? Wann hast du das letzte Mal das Licht ausgeschaltet, um friedlich einzuschlafen und bist nicht mit dem Smartphone in der Hand bei brennender Lampe weggenickt?

Du bist nicht reproduzierbar

Die Schönheit der Natur und den Wert der Umwelt wahrzunehmen macht es so viel leichter zu verstehen, warum man sie schonen sollte. Genauso funktioniert das mit uns. Wenn wir uns bewusst machen, wie viel wir unserem Körper abverlangen, sollten wir zu dem Ergebnis kommen, dass wir diesen Körper schonen sollten, da er – wie auch die Erde – der einzige ist, der uns zur Verfügung steht.

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Nur ein ausgeglichenes Gehirn führt dich zu einem ausgeglichenen Leben. ©pixabay.com

Wenn wir also nicht arbeiten, leisten, hetzen, smalltalken, debattieren, dauerlächeln, sporteln, wettkämpfen, emailen oder meeten müssen, müssen wir das nicht auch noch mit unter die Dusche, ins Auto, auf den Nachhauseweg, zum Staubsaugen, beim Zähneputzen, am Küchenherd, während der Tagesschau, ins Bett bis zum letzten Lidschlag mitschleppen, sondern dürfen einfach shampoonieren und den herrlichen Duft nach Kakao und Sheabutter genießen, auf den Lieblingssong im Autoradio abrocken, eine Blume am Wegesrand pflücken, uns über die Frische der Zahnpasta amüsieren, die Krümel vom Frühstück sehen und uns auf morgen früh freuen, über unsere Kochkünste staunen, das Weltgeschehen mitbekommen, die Entspannung einer Liegeposition wertschätzen und mit einer dankbaren Haltung die Augen schließen.

Auch wenn dir die Gesellschaft eintrichtert, jeder – also auch du – sei ersetzbar, steht ein anderes Gesetz darüber: Du bist nicht reproduzierbar. Du bist der wichtigste Rohstoff, den du hast. Bevor du dir also Sorgen um alle anderen Rohstoffe machst, kümmere dich um diesen. Er wird es dir danken.

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